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Rarotonga – Ein Urlaub im Urlaub

Unser kleines Hideaway zum Faulenzen

6,5 gelesene Bücher, mehrere volle Obstkörbe und ein sonniges Weihnachten – zur Mitte unserer großen Reise haben wir uns in Rarotonga ein home away from home gemacht. Endlich wurde mal wieder der Kühlschrank befüllt, lecker Frühstück und BBQ gemacht, Wäsche gewaschen und alles ganz ausgepackt und für ein paar Tage die Rucksäcke versteckt ;).

Wir hatten einen wundervollen Bungalow mit Terasse, Garten- und Meerblick am Sunset-Beach. Die Family, die die wenigen Bungalows betreut war supernett, es gab auch eine Hauskatze und Haushündin. Wir haben Schnorchelzeug bekommen, Bücher gabs zum Ausborgen, Hilfe bei jeder Frage und sogar Willkommenspapaya – einfach zum Wohlfühlen. In Gehweite gab es einen kleinen Market, Restaurants und das beste Café der Insel. Wasser auf der Insel ist trinkbar und es gibt keine giftigen Tiere. Unsere üblichen Freunde, Geckos und ein paar Moskitos waren auch da. Die “festesten” Schuhe, die wir anhatten, waren Wasserschuhe wegen den Riffen und Steinen. Ansonsten war es Flipflop und Strandtuch-Zeit. “Das Leben ist auch barfuß schön.”

Was auf Rarotonga interessant ist, und wir so gar nicht erwartet hatten, es gibt auf der ganzen Insel wahnsinnig viele freilaufende Hühner. Unglaublich viele kleine und winzige Küken rennen in Familien mit Mama-Huhn herum. Egal wo, am Markt, in den privaten Gärten, am Strand. Zuerst dachten wir, das es die Hühner der Nachbarn sind, aber nein, sie sind überall und gehören niemandem bestimmten. Zu unserem Leidwesen, weil es genausoviele Hähne wie süße Miniküken gibt. Und die machen Lärm. Es krähen zu jeder Tages- und Nachtzeit mehrere Hähne, meist im Chor. Das war wirklich gewöhnungsbedürftig! Dafür war wegen der Feiertage sonst nicht viel los auf der Insel ;).

Fein war, uns mal wieder selbst zu versorgen. Am Market haben wir uns mit tropischen Früchten eingedeckt und zum Frühstück gabs abwechselnd Bowls mit Passionsfrucht, Papaya oder gebratenen Bananen und lecker Breakfast Sandwiches mit Speck und Ei. Unter Tags die frischen Kokosnüsse, Cold Brew Coffee oder den ein oder anderen GinTonic. Wenn wir am Abend Lust hatten, gabs home-made Island Burger vom BBQ oder wir waren auswärts Essen. Wirklich lecker Tunfisch mit Gemüse war das Weihnachtsessen und eine (zu) große Seafood Platter mit Shrimps, Prawns, Squid und Jakobsmuscheln gabs gleich nebenan. Apropos Selbstversorgung, nachdem wir die einzigen Gäste am Anwesen waren und von unseren Gastgebern die ganze Family gekommen ist, wurden auch wir zum Feast eingeladen. So haben wir den 25.12 Christmaslunch in gewohnter Manier mit vielen Leuten und viel zu viel Essen verbracht. Ein paar Unterschiede zu zuhause: es gibt NOCH MEHR zu essen, hauptsächlich Fleisch von BBQ und nach dem Mahl geht man ins Meer bzw nappen am Strand :). Wir haben ein ganz traditionelles rarotongisches Weihnachten miterlebt – statt dem beleuchteten Weihnachtsbaum am Abend kamen bei uns millionen Sterne heraus und statt dem Christkind kommt am Markt Santa in einem Golfcart vorbei ;).

Um die kleine Insel noch ein bissl weiter zu erkunden haben wir uns einen Scooter gemietet. In ca 30-40 min hat man ganz Rarotonga auf der einen Hauptstraße (es gibt 2) umrundet. Maximaltempo ist 50 und zu dieser Jahreszeit kamen uns mehr Locals als Touristen entgegen, oft weihnachtlich geschmückt. Im Norden liegt der Flughafen und die Hauptstadt. Dort gibts viel zu shoppen, große Supermärkte, einen Foodmarket und den Hafen, von dem aus man den Dampfkessel eines alten Schiffswracks sehen kann. In 15 min waren wir durch, Tourist-Info inklusive. Vor der nördlichen Seite sind auch die meisten Tauchspots und wenn man Glück hat, fliegt ein Flugzeug im Landeanflug über einen drüber. Im Osten liegt die Lagunenstadt Muri. Dort gibts viele Hotels mit wunderschönen weißen Sandstränden vor einer unglaublich blauen Lagune, die zum Dümpeln und Schnorcheln einlädt. Zwischen den Hotels sind kleine Cafébars und eine lecker Burgerbude, wo die Locals Schlange stehen. Optimal für uns, hatten wir für die Strandnachmittage immer lecker Verpflegung. Auch dem Burschen am Straßenrand haben wir ein paar frische Kokosnüsse abgekauft. Und ein paar Tage die Woche findet der Night Market statt, wo sich ganz Rarotonga bei Fressstandln trifft – hatte was von Kirtagsatmosphäre.

Der Süden der Insel hat viele Public Beaches, die zum Spazieren einladen. Von dort aus kommt man auch zum Wasserfall (leider bei uns geschlossen wegen Arbeiten) und zur Mitte der Insel. Am Weg zurück zu unserer Westseite liegt ein toller Schnorchelplatz – weil geschützt in einer weiteren Lagune und wunderbarem Strand. Man muss gar nicht nass werden, vom Restaurantdeck aus sieht man die Fische im glasklaren Wasser auch so. Natürlich wollten wir aber ins blaue Nass und waren dort schnorcheln. Es ist so seicht, wir mussten teilweise aufpassen. Trotzdem sieht man schöne Korallen, blaue Seesterne, viele Seegurken (eine Delikatesse, haben wir von den Sammlern im Wasser gelernt) und neugierige Fische. Die Drücker – so hübsch sie sind – hatten gerade Kinder und waren ganz schön schnappig. Ein paar Mal ist so ein 20cm Fisch auf unsere Flossen losgegangen – wir sind natürlich davon & haben Platz gelassen.

Nur Schnorcheln hat uns nicht gereicht – sieht man doch von jedem Strand das Aussenriff und die Rifffkante – und wir waren auch hier wieder tauchen. Diesmal ohne Haie, dafür durch tolle Korallengärten, mit vielen Kleinfischen und auch einer süßen Schildkröte. Die Tauchgänge selbst waren super gemütlich, nur 4 Taucher und mit sanften Wellen zum Hin- und Herschwingen. Die Korallen haben ausgesehen wie riesige Pilze, wir sind uns vorgekommen, als wären wir in einem Mushroom-Wald. Der zweite Tauchgang hat uns zu einem Wrack geführt. Die Teile wurden vor einigen Jahren von einem Cyclone herumgewirbelt, dafür waren sie noch schön zu erkennen, nur halt verteilt und mit einigen neugierigen Bewohnern.

Auf unserer Seite der Insel hat sich am Nachmittag das Wasser immer weit zurück gezogen und wir haben nach ein paar Tagen herausgefunden,  dass hier der perfekte Ort für Reefwalks ist. Ab ca 16 Uhr konnten wir vom Strand aus die äussere Riffkante komplett freigelegt sehen und auch viele Wege dorthin waren nicht mehr im Wasser. Wir sind also mehrmals los und durch Wasser und über Steine und Algen nach vor, wo sich die Wellen brechen. Am Weg dorthin konnten wir von ganz nahe Shrimps, Seesterne, Seeigel, Korallen und Krabben sehen, die in kleinen Wasserpfützen die Flut abgewartet haben. Einmal hat sich auch ein Drücker ganz nah in ein kleines Becken verirrt. Das hat an manchen Tagen den Strandspaziergang abgelöst – mal was anderes :).

Den Sunset haben wir meist von unserem Home-Strand, gemütlich auf unseren Liegen angeschaut. Aber um auch eine andere Perspektive auf dieses tägliche Naturschauspiel zu bekommen waren wir einmal in der (von CNN als eine der besten benannten) Shipwreck Bar und unser Weihnachtsessen gabs im OTB (On The Beach) mit Blick auf Sunset & Füssen im Sand.

Ein bisschen Kultur durfte neben dem Relaxen nicht fehlen. Wir haben uns eine abendliche Island-Night Dance Performance angeschaut und einen Nachmittag mit einem Local Guide eine Inselsafari gemacht.

Die Island-Night hat mit einem lecker Buffet gestartet, wo wir uns gleich mal durch die Rarotonga-Küche kosten konnten. Nach einer kurzen Showeinlage mit Gästen – Chris wurde als einer der “Warrior” auf die Bühne geholt und durfte polynesisch tanzen – kam eine Tanztruppe und Trommler auf die Bühne. Für jede Insel wurde ein charakteristischer Tanz mit passenden Kostümen gezeigt. Die Mädels haben elegante Tanzbewegungen und Hüftschwünge im ärgsten Tempo, die Burschen Beinakrobatik vom Feinsten vorgeführt. Am Ende gab es auch noch eine Feuershow.

Die zweite Kulturaktivität war eine Rundfahrt um den inneren Teil der Insel und hinein ins Zentrum mit einem Jeep. Gemeinsam mit ein paar Kiwis und Aussies sind wir unserem lokalen Guide an den Lippen gehangen. Der hat viel vom Inselleben erzählt, den Verwandtschaftsverhältnissen (jeder ist eigentlich irgendwie mit jedem verwandt), der Geschichte von Rarotonga und auch den anderen polynesischen Inseln und der reichhaltigen Planzenvielfalt. Wir sind auf Schotterstraßen gefahren, haben eine Wasserfilter-Stelle gesehen, Felder von Taro, Papaya, Ananas, Avocado-, und Mangobäumen und heilige Stätten. Eine davon ist für die Inseln sehr wichtig: der Platz wo die 7 Wakas (Kanus) weggefahren sind, um Polynesien zu entdecken. Wir sind durch das verwahrloste ehem. Sheridan Hotel bzw. die Ruinen davon (nach 90% knapper Fertigstellung ging das Geld aus) und zu einem Ukulele-Bauer grfahren. Beim steil bergauf fahren waren wir froh, mit einem gescheiten Jeep unterwegs zu sein. Über Hügel gings hinauf zu einem Aussichtspunkt recht mittig auf der Insel. Wir konnten rundherum den Urwald sehen, das Wahrzeichen, die “Needle” der Insel und weiter draussen das Meer mit dem Riff-Ring rundherum. Der Abschluss war ein Besuch in der lokalen Brauerei, wo jeder das lokale, echt gute Bier kosten konnte. Nach der Tour und den vielen Infos über andere Inseln und die unterschiedlichen bzw. gleichen Maori-Bräuche sind wir noch gespannter auf unsere nächsten Reiseziele.

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